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ERASMUS+ im Schuljahr 2019/20 – „Nichts ist so beständig wie der Wandel“


Mit dem Schuljahr 2019/20 enden für Alois Pecher, den bisherigen Koordinator für europäische Projekte, 12 Jahre Netzwerkbildung für Fortbildungen und Praktika im Zusammenhang mit Erasmus+-Projekten (früher Leonardo da Vinci bzw. Comenius). Besonders in den letzten beiden Schuljahren arbeitete er seinen Kollegen Georg Haydn in Antragsstellung, Umsetzung und Organisation der laufenden Projekte für Schüler, Lehrer und Ausbildungspersonal ein. Georg Haydn nahm an Fortbildungen in verschiedenen europäischen Ländern teil, lernte die Partnereinrichtungen und deren Management kennen und verhandelte souverän die Fortsetzung zukünftiger Fortbildungssequenzen, die ab dem Schuljahr 2020/21 umgesetzt werden sollen.

 

Mit einer ersten Antragsstellung bei der Nationalen Agentur in Bonn im Februar 2019 konnte Georg Haydn sehr erfolgreich Finanzmittel für 40 Lehrer und 90 Schüler sichern, die für Praktika und Fortbildungsmöglichkeiten in Irland, Frankreich, Spanien und Tschechien verwendet werden sollen. Ab September wird Alois Pecher seinen Kollegen Haydn noch ein Jahr als Begleiter und Berater unterstützen und sich entspannt bei seinen bisherigen europäischen Partnern verabschieden. Ruhende Partnerschaften in weiteren Ländern (z. B. in der Schweiz, in Serbien oder Italien) sollen ab dem kommenden Schuljahr wiederbelebt werden und den Rahmen vergrößern.

Seit diesem Schuljahr haben wir zudem die Möglichkeit, außerhalb Europas Fortbildungen anzubieten. Erste Erfahrungen mit den USA gab es bereits vor drei Jahren, als eine Auszubildende unserer kaufmännischen Abteilung sechs Wochen fachliche und kulturelle Erfahrungen machen durfte.

Für sein zeit- und arbeitsintensives Engagement im Rahmen der Ausbildung von Schülern und Ausbildungspersonal wünschen wir Georg Haydn neue Ideen, ein glückliches Händchen bei der Umsetzung und viel Freude an seiner Arbeit.

Auch unserem Kooperationspartner, dem BSZ Wiesau, soll an dieser Stelle für die jahrelange Zusammenarbeit gedankt werden. Besondere Anerkennung gilt dem inzwischen pensionierten Schulleiter Dr. Wolfgang Eckstein. Ihm war bewusst, wie wichtig sprachliche, berufliche und interkulturelle Entwicklung für die Jugendlichen ist, und er ermöglichte seinen Schülern, oftmals mit zusätzlichen finanziellen Mitteln, die Teilnahme an solchen Aktionen. Ihm zur Seite standen und stehen engagierte Kollegen, namentlich Karola Sandner, Wolfgang Prebeck und Helena Pecher, die nun in Kooperation mit Georg Haydn weitere Projekte in Angriff nehmen werden.

 

Lehrerfortbildung am College of Central London, Juli 2019

Im Juli 2019 fand zum wiederholten Male eine englischsprachige Lehrerfortbildung am College of Central London statt. Bei diesem einwöchigen Mobilitätsprojekt setzten sich die Teilnehmer mit der Thematik „International Skills in Business and Management“ auseinander und brachten ihr Fachwissen auf den neuesten Stand. Besonders interessant waren aktuelle Themen wie der anstehende Brexit und sein Einfluss auf die Europäische Union und ihre Wirtschaft. Dank der Kooperation mit dem BSZ Wiesau reiste auch diesmal eine Gruppe beider Berufsschulzentren gemeinsam. Das senkt zum einen die Kursgebühren und unterstützt zum anderen Kollegialität und Zusammenarbeit beider Schulen.

 

Der Londoner Dozent Raouf Nobeebux aktivierte die Teilnehmer wie gewohnt mit seiner sehr gut verständlichen Unterrichtssprache, führte sie in die Eigenheiten der britischen Wirtschaft ein und arbeitete zusammen mit den Pädagogen eine unterrichtsdidaktische Umsetzung aus.

Ein Höhepunkt der Fortbildung war eine von Inge Gebert (BSZ Wiesau) organisierte Führung im Fünf-Sterne-Hotel „Shangri-La“. Beim Rundgang durch das Luxushotel, das sich im oberen Drittel des 72 Stockwerke hohen „Shard“ befindet – einem der höchsten Gebäude Europas –, bestaunte die Gruppe modernste Architektur und Arbeitstechniken im Berufsfeld Gastronomie und Hotellerie. Eine Übernachtung kann bis zu 10.000 britische Pfund kosten. Rückfragen der Personalmanagerin wegen möglicher Praktika sowie der Ausbildung für Schüler der Hotel- und Tourismusschule des BSZ Wiesau lassen darauf schließen, dass dieser Kontakt für uns noch nützlich werden kann.

 

Wie immer kam neben der Kompetenzerweiterung das kulturelle Programm in der Weltmetropole London mit Sehenswürdigkeiten wie dem „Tower“, der „St. Paul‘s Cathedral“ oder dem im 32. Stock gelegenen „Skygarden“ nicht zu kurz.

Highlight war eine Exkursion nach Stonehenge, verbunden mit einem Ausflug aufs Land. Mit der bunt gefeierten „London Pride“, der im Zentrum Londons jährlich stattfindenden Parade zur Entkriminalisierung der Homosexualität, und beim Jazzkonzert in Brixton konnten weitere Eindrücke gesammelt werden.

Für Ablauf und Programm sorgten wie gewohnt die erfahrenen Organisatoren. Dank zahlreicher Insidertipps kamen alle Teilnehmer auf ihre Kosten und bekamen neben dem Sightseeing auch Einblicke ganz anderer Art in die Metropole. 

 

Eine Weiterführung der Fortbildungen in London ist wegen des Brexits unsicher. Aus diesem Grund musste ein Mobilitätsprojekt im November/Dezember 2019 abgesagt werden. Ersatzweise wurde im Mai 2020 eine interkulturelle Fortbildung in Madrid mit ähnlichem Inhalt geplant, die leider ebenfalls der Corona-Krise zum Opfer fiel.

 

Madrid - Deutsch-Spanische Außenhandelskammer (AHK), Schülerfortbildung

Nach spanischsprachlichen Bildungsaufenthalten in Guadix und Granada zwischen 2011 und 2017 konzentriert sich unser Schwerpunkt seit 2015 auf Madrid. Im Oktober 2019 machten sich zum fünften Mal Schüler der Fremdsprachenschulen auf den Weg dorthin, um im „International Formation Center“ (IFC), einer Bildungseinrichtung der Deutsch-Spanischen Außenhandelskammer (AHK), drei Wochen lang ihre fachlichen und sprachlichen Kompetenzen zu erweitern. Ihnen schlossen sich drei Schülerinnen des BSZ Wiesau und sechs Teilnehmer der Inlingua Sprachenschule Ingolstadt an. Der Kurs fand vom 11. Oktober bis 1. November 2019 statt.

 

Wie bereits in den Vorjahren wurden die Teilnehmer von IFC-Leiter Alexander Bell empfangen und zunächst über das Kursprogramm und kulturelle Eigenheiten des Gastlandes informiert.

Das IFC in Madrid hat sich vor allem auf die Aus- und Weiterbildung im dualen System spezialisiert. Zielgruppen sind neben Interessenten privater Bildungsabschlüsse (Bachelor, Master, Fortbildungsmodule vor allem im Bereich Wirtschaft) auch berufliche Schulen sowie Berufsfachschulen und Fachakademien mit einschlägiger Ausrichtung. Es werden Fortbildungsprogramme für Schüler und Auszubildende sowie für Lehrer und Ausbilder angeboten. Neben berufsbezogenen Sprach- und Sprechfertigkeiten stehen die spanische Wirtschaftsstruktur und Verhandlungskultur im Mittelpunkt.

 

Die Fortbildungskurse am „International Formation Center“ sind uns um so wichtiger, da für diese Ausbildungsbereiche nur wenige adäquate Fortbildungsmaßnahmen angeboten werden. Denn neben einer gemeinsamen Fremdsprache wird vor allem die interkulturelle Kompetenz bei wirtschaftlichen Handlungsabläufen immer wichtiger. Besonders die Schüler unserer Fremdsprachenschulen müssen sich mit internationalen Partnern aus Wirtschaft und Kultur auseinandersetzen und sind auf Kenntnisse über Gepflogenheiten bei spanischsprachigen Verhandlungen angewiesen.

 

 

Direktor Alexander Bell koordinierte, wie gewohnt zu allgemeiner Zufriedenheit, die inhaltlich-thematischen Teile der Fortbildung mit kulturellen Exkursionen. Mit Fortbildungszertifikaten sowie vielen neuen Eindrücken kehrten die Schüler mit dem festen Vorsatz in ihre Heimat zurück, Madrid bald wieder zu besuchen.

 

Valencia

Zusätzlich zum Angebot in Madrid kommt von Schülern, die ihre Ausbildung zum Eurokorrespondenten oder in der Fachakademie für Übersetzen und Dolmetschen fortsetzen, vereinzelt die Nachfrage nach weiteren Praktika im spanischsprachigem Raum. Für sie gab es bisher die Möglichkeit, in Granada Erfahrungen an der Rezeption eines Hotels oder im Tourismusbereich örtlicher Sehenswürdigkeiten (z. B. Führungen im Höhlendorf am Sacromonte) zu machen.

Eine Alternative gibt es in Ávila am „Instituto Español Murallas de Ávila“ (IEMA). Dort nahm bereits im letzten Schuljahr eine Kollegin aus den Fremdsprachenschulen an einer Fortbildung teil.

Zusätzlich wollen wir nun Interessenten für Spanien eine weitere Möglichkeit in Valencia anbieten. Während des Aufenthalts in Madrid gab es zusammen mit Dr. Eckstein, der aufgrund seines beruflichen Engagements in Kolumbien hervorragend Spanisch spricht, einen kurzen Abstecher nach Valencia, wo wir uns mit den Vertreterinnen eines Bildungszentrums, dem „Mediterraneo International Center“, trafen und die Gegebenheiten für Praktika ausloteten.

 

Diese Bildungseinrichtung hat mehrjährige Erfahrungen mit europäischen Mobilitätsprogrammen und in Valencia viele Partner aus verschiedenen beruflichen Ausbildungsrichtungen.

Vorrangig angeboten werden Praktika und Schulungen im Bereich Kochen, Hotel und Tourismus, aber auch in den Bereichen Verwaltung, Marketing, Verkauf, Sozialarbeit und IT-Service. Dazu werden Unterkünfte vermittelt und soziokulturelle Aktivitäten angeboten – sozusagen ein Rundum-Paket für unser Berufsbildungszentrum.

 

Nach Gesprächen mit dem Management, der Besichtigung der Gebäude und ihrer Ausstattung sowie der Unterkünfte wurde eine erste Mobiltität im nächsten Schuljahr in Aussicht gestellt.

 

Brexit, Coronavirus und Erasmus+

Seit drei Jahren ist das Thema Brexit aktuell. Vor allem im letzen Jahr wirkte das ständige Hin und Her über den Ausgang der Verhandlungen wie eine Bremse für Planung und Organisation von Erasmus+-Projekten im Vereinigten Königreich.

Eine Entscheidung für einen harten Brexit würde das Ende der Finanzierung von Fortbildungen bedeuten. Das wäre auch das Aus für unsere langjährigen Partnerschaften mit dem Southern Regional College (SRC) in Newry/Nordirland, mit dem College of Central London (CCL) bzw. dem European College for Business and Mangement (ECBM) in London sowie mit der University of Central Lancashire (UCLAN) in Preston bei Manchester.

Ende 2019 wurde deutlich, dass sich eine Trennung Großbritanniens von der EU noch bis Ende 2020 hinziehen würde, was zumindest für das Jahr 2020 weitere Fortbldungen in Großbritannien ermöglichen sollte.

Damit hatten wir grünes Licht, um je eine Fortbildung für Auszubildende im Juni 2020 und für Ausbildungspersonal Anfang Dezember 2020 einzuplanen.

 

Vorbereitende Besuche für Ausweichmöglichkeiten im englischsprachigen Europa

Angesichts eines möglichen harten Brexits und dem damit verbundenen voraussichtlichen Ende der finanziellen Unterstützung durch die Nationale Agentur in Bonn mussten wir Ersatz für die Erasmus+-Fortbildungen in London finden.

 

Vorbereitende Besuche

Aktuell ist ab 1. Januar 2021 nicht garantiert, dass Praktika und Fortbildungen in Großbritannien von der Nationalen Agentur in Bonn unterstützt werden. Deshalb sahen sich die Koordinatoren für europäische Angelegenheiten nach Alternativen um und unternahmen vorbereitende Besuche in Irland und Malta.

 

1. Irland

Bereits Ende des letzten Schuljahres reisten Georg Haydn und Alois Pecher zu einem ersten vorbereitenden Besuch nach Irland. Dabei wurden drei mögliche Partner in Augenschein genommen.

a) Einen potentiellen Partner in Dublin, das ADC College, besuchten wir nur kurz und traten mit dem Management aus Zeitgründen und wegen des nicht ganz passenden Bildungsangebots vor allem per Internet und Telefon in Verbindung. Das ADC College in Dublin mit Hauptsitz in London hätte zumindest im Ansatz etwas Großstadtflair zu bieten.

b) Genauer unter die Lupe genommen wurden deshalb je ein College in Cork und in Kilkenny.

Das Cork English College (CEC) im Süden Irlands ist eine renommierte Sprachenschule, die seit über 35 Jahren Englischkurse anbietet. Als familiengeführtes Unternehmen legt sie großen Wert auf guten Service und den persönlichen Kontakt zu den Studenten. Das CEC ist anerkannt als Testcenter für Cambridge PET/KET /FCE/CAE, BULATS, TOEIC und IELTS.

 

Das Cork English College hat drei schöne Gebäude mit Blick auf den „River Lee“ im Herzen der Innenstadt. Eines davon liegt am St. Patrick‘s Quay, das zweite majestätisch am St. Patrick‘s Hill und das historische Haupthaus direkt an der St. Patrick‘s Bridge. Alle CEC-Gebäude haben 30 Klassenzimmer und verfügen über moderne Technik.

Auch wenn Cork dank rund 150.000 Einwohnern, Flughafen, verschiedener Universitäten, einer Innenstadt mit vielen Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangeboten insgesamt städtischen Charakter hat, schien uns ein dritter potentieller Partner in Kilkenny am interessantesten.

 

c) Kilkenny: 

Fast in der Mitte auf einer Geraden zwischen Dublin und Cork liegt die Grafschaft Kilkenny. Sie ist nach ihrer größten Stadt Kilkenny benannt. Das in dieser Region ansässige Bildungsinstitut LXI (Language Xchange Ireland) ist spezialisiert auf Englisch-Sprachprogramme in Irland. An mehreren Standorten im Südosten Irlands (Kilkenny, Waterford, Carlow, Clonmel, Cahir/Cashel, Dungarvan, Athy, Enniscorthy, Tullow und Wexford) bietet LXI Gruppen und einzelnen Schülern und Studenten die Möglichkeit, ihr „Business English“ durch mehrstufige Kurse und Programme zu verbessern. Einen Schwerpunkt bilden dabei Arbeitspraktika in regionalen Betrieben.

 

In einem mehrstündigen Gespräch mit dem Gründer und Geschäftsführer von Language Xchange Ireland, Con Furey, erhielten wir einen Einblick in das bereits seit 20 Jahren bestehende Bildungsinstitut, das mehrfach ISO-zertifiziert ist (ISO 9001 2015, ISO 45001, ISO 14001). Die Programme sind maßgeschneidert und decken unterschiedlichste Bedürfnisse ab. So haben die Schüler die Möglichkeit, internationale Erfahrungen zu sammeln, ihre Englischkenntnisse am Arbeitsplatz anzuwenden, mit einer irischen Familie zu leben sowie an sozialen und kulturellen Veranstaltungen und Aktivitäten teilzunehmen. Auf diese Weise entwickeln sie mehr Selbstbewusstsein in der englischen Sprache in einem geschäftlichen Umfeld und ihr Wortschatz wird erweitert. Ergänzt wird dies durch ein umfangreiches E-Learning-Paket, das die Teilnehmenden bereits im Vorfeld ihres Aufenthalts durcharbeiten müssen.

Vor allem für Lernende, die in der internationalen Geschäftswelt bestehen wollen, erscheint uns LXI mit seinem Programm sehr geeignet und wurde daher als neuer Partner ausgewählt.

 

2. Malta

Viele Ausbildungseinrichtungen und Schulen haben ihre Erasmus+-Programme nach Malta verlegt, um neben Unterricht und Kultur auch südländisches Flair und auch einmal ein Bad im Meer zu genießen. Die Republik Malta ist ein südeuropäischer Inselstaat im Mittelmeer. Sie besteht neben ein paar Kleinstinseln aus den drei bewohnten Inseln Malta, Gozo und Comino.

 

Bereits vor vier Jahren hatte unser Berufsschulzentrum Angebote aus Malta vorliegen, was uns veranlasste, auch diese englischsprachige Option für Fortbildungen zu prüfen. Während Georg Haydn eine erste Fortbildung mit Language Xchange in Irland organisierte, nutzte Alois Pecher in den Herbstferien die Zeit, um in La Valetta, der Hauptstadt Maltas, und in Mosta zwei Bildungseinrichtungen zu besuchen, deren Schulungsräume und Unterkünfte zu besichtigen sowie Programmoptionen und natürlich Preise zu verhandeln.

 

Besonders wichtig war dabei, das Personal der Colleges kennenzulernen, um Programmabsprachen zu treffen, aber auch, um sich von Seriosität und Fachkenntnissen zu überzeugen.

 

Neben dem in Mosta im Zentrum Maltas liegenden „Paragon Europe“ konnte am meisten das „AM Language College“ punkten. Die mit ISO 9001 akkreditierte Schule wurde 1987 gegründet und hat langjährige Erfahrung mit Fortbildungen sowohl für Jugendliche als auch für Bildungspersonal. Das Lehrerkollegium, alles Muttersprachler, ist hoch qualifiziert und kann sich auf spezielle Wünsche einstellen. Neben fachlichen Schulungen gibt es Praktikumsangebote für verschiedene Ausbildungsrichtungen, die in Absprache mit örtlichen Firmen realisiert werden können.

 

Auch Unterkünfte werden je nach Geldbeutel oder Geschmack in Form von Gastfamilien, Wohngemeinschaften oder Hotelunterbringung angeboten.

 

Falls nächstes Schuljahr wegen des Brexits die bisherigen Fortbildungen im Vereinigten Königreich nicht stattfinden können, sehen wir auf Malta eine interessante Alternative, um unser Programm fortzusetzen.

 

Corona-Virus und Absagen

In den Faschingsferien wurden unsere Planungen und Vorbereitungen von der Ausbreitung des Coronavirus sehr unangenehm überrascht. Wegen Quarantäne und Einreiseverboten innerhalb Europas mussten ab dem 27. März zum großen Bedauern aller Beteiligten zwei dreiwöchige Fortbildungen für die Eingangsklasse der Berufsfachschule nach Paris und Irland abgesagt werden.

 

Paris

Traditionsgemäß sollte unseren Französischlernern über die Osterferien, vom 27. März bis 17. April, zum 8. Mal eine Fortbildung in Paris an der Deutsch-Französischen Außenhandelskammer (AHK) ermöglicht werden. Die Kurse mit vielen Informationen über Geschäftskorrespondenz, Arbeitsabläufe in französischen Unternehmen, Verhaltensweisen im Berufsalltag oder Denkweisen französischer Geschäftspartner waren Inhalt der Stundenplanung.

Praktische Übungen wie das Führen von Telefon- oder Verkaufsgesprächen sowie verschiedene Fallstudien sollten das Wissen vertiefen. Daneben waren Informationen über das (Aus)Bildungs- und Sozialversicherungssystem in Frankreich sowie Beiträge zu Geschichte, Politik und Kultur vorgesehen.

Leider mussten die Schülerinnen auch auf die geplanten Exkursionen in das moderne Wirtschaftsviertel „La Défense“ und zu dort ansässigen Unternehmen sowie auf das Sightseeing-Programm an den Wochenenden verzichten.

Wir hoffen, den aktuellen Interessenten Anfang des nächsten Schuljahres Gelegenheit geben zu können, die Fortbildung nachzuholen und Paris kennenzulernen.

 

Irland

Angesichts des Brexits sollte zum ersten Mal über die Osterferien eine Mobilität nach Irland stattfinden. Als dortigen Partner konnten wir bereits im vergangen Jahr das Bildungsunternehmen LXI (Language Xchange Ireland) gewinnen. Für die Fortbildung inklusive Praktika wurden von LXI die Standorte Thomastown und Enniscorthy ausgewählt.

Nachdem sich die Schüler mehrere Wochen durch das E-Learning-Paket von LXI gearbeitet hatten, war die Enttäuschung verständlicherweise sehr groß, als feststand, dass die Reise aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. In mehreren Vorbereitungstreffen sowie im Unterricht war der Aufenthalt in Irland intensiv vorbereitet worden. So mussten sich die potenziellen Teilnehmer durch besagtes E-Learning-Paket und eine Fülle an FAQs arbeiten sowie bei LXI ihre persönlichen Profile anlegen und bearbeiten. Für die Praktikumsvermittlung konnten sie einen Arbeitsbereich auswählen und sich den jeweiligen Betrieben und Gasteltern mit Lebenslauf und weiteren persönlichen Angaben vorstellen. Die Zusammenarbeit mit LXI war von großer Professionalität, Freundlichkeit und der bekannten irischen Gastfreundschaft geprägt. Umso bedauernswerter war es, dass ein Kennenlernen vor Ort vorerst ausfallen musste. Wir bleiben weiterhin in Kontakt und hoffen, die Fortbildung nachholen zu können.

 

Madrid für Ausbildungspersonal im Mai 2020

Besonders ärgerlich empfanden die Organisatoren die Verschiebung für die im Mai angesetzte Fortbildung in Madrid. Als Ersatz für die geplante Londoner Mobilität, die wegen der Brexit-Unsicherheiten umgestaltet wurde, sollten die Teilnehmer teils in englischer, teils in deutscher Sprache mit einer ähnlichen Thematik beschult werden.

Allerdings stand diesmal nicht die britische Wirtschaft im Zentrum, sondern Ausbildungssystem und Gepflogenheiten von Wirtschaft und Handel im spanischsprachigem Raum. Für die erste Verständigung waren auch einige einführende Spanischstunden mit Begrüßungsformeln oder Alltagsphrasen vorgesehen.

Die Fortbildung in Madrid sollte zum ersten Mal durchgeführt und anschließend ausgebaut werden. Dementsprechend enttäuschend war die Absage, da die Teilnehmer sich auf das spanische Flair und die Sehenswürdigkeiten in Madrid gefreut hatten – wie etwa den Prado, den „Palacio Real“, das Treiben auf der „Plaza Major“ und „Plaza del Sol“, aber auch die Tapas-Bars oder die spanische Küche und natürlich den dazu passenden Rioja.

 

Projekte in Tschechien      

Auch Richtung Osten, im Nachbarland Tschechien, werden regelmäßig Aktivitäten in den Schulalltag eingeplant. Ob Praktika in Pilsen oder dreiwöchige Sommerschul-Aufenthalte an der Westböhmischen Universität Pilsen – für die Studierenden der Fachakademie für Übersetzen und Dolmetschen dienen die Aktionen nicht nur der Vertiefung der tschechischen Sprache, sondern auch dem Kennenlernen von Menschen und Kultur dieses liebenswerten Landes.

 

London – College of Central London, Schülerfortbildung

Zum voraussichtlich letzten Mal sollten vom 19. Juni bis 10. Juli eine Gruppe Auszubildender aus der Abteilung Wirtschaft der Europa-Berufsschule nach London reisen, um im Rahmen des Erasmus+-Projektes „Wirtschaft und Handel im europäischen Sprachraum - Trinationale Wege der Berufsbildung“ an einem Bildungsangebot des College of Central London (CCL) teilzunehmen.

 

Für 25 Auszubildende aus den Bereichen Banken, Büro- und Industriekaufleute waren bereits Ende Februar alle Buchungen wie Flug, Unterkunft, Schulungsprogramm und Exkursionen geplant und reserviert. Bis Ende Mai war nicht abzusehen, ob die Veranstaltung stattfinden würde. Wir werden im Jahresbericht des Schuljahres 2020/21 dazu informieren.

 

 

Botschafterschule des europäischen Parlaments

Nicht zuletzt wegen den vielen europäischen Aktivitäten der letzten 15 Jahre und mit dem besonderen Engagement im Zusammenhang mit Fortbildungen in vielen Ländern Europas wurde dem BSZ Weiden im Juli 2019 der Titel Botschafterschule des europäischen Parlaments verliehen. Besonders gewürdigt wurde der Einsatz für Europa. Der europäische Gedanke soll weiterhin in besonderer Weise von Schüler*innen unseres Beruflichen Schulzentrums, unterstützt von begleitenden „Seniorbotschaftern“, in der Schule gelebt und weitergetragen werden.

Auch in diesem Schuljahr wurde von den Koordinatoren für europäische Angelegenheiten im Rahmen dieses Ehrentitels verschiedene Begegnungen in Straßburg, Brüssel und Luxemburg organisiert, wo unsere „Junior- und Seniorbotschafter“ an den jeweiligen Events teilnehmen sollten.

 

VORSCHAU: Geplant waren, wie oben beschrieben verschieden Mobilitäten von Schülern und Lehrern, die ab März 2020 allesamt abgesagt werden mussten. Aktuell ist noch abzuwarten, wie sich die Corona-Pandemie im Laufe der nächsten Monate entwickelt.

 

Soweit die Teilnehmer der stornierten Fortbildungen zu einem späteren Zeitpunkt noch teilnehmen können, sollen so bald wie möglich neue Termine gesetzt werden.

Dabei ist zu erwarten, dass die Termine für die Fortbildungen im nächsten Schuljahr dicht gedrängt sein werden, da zu den Nachholterminen auch die für Oktober 2020 routinemäßig geplanten Fortbildungen für die nächste Schülergeneration nach Irland und Madrid anstehen.

 

Auch die Schulungen der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer (AHK) in Paris sind wieder für das nächste Frühjahr anberaumt.

 

Als Fortbildung für Lehrer und Ausbildungspersonal der Firmen, die eng mit unserem Berufsschulzentrum zusammenarbeiten, ist für Anfang Dezember 2020 eine (letzte) Schulung angedacht, bevor ab 2021 die Folgen des BREXIT auch bei den ERASMUS+ Projekten greifen.

 

Berichte: Helena Pecher (BSZ Wiesau), Georg Haydn, Alois Pecher