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Die Zimmerer-Kluft



Wollte ein Handwerksgeselle früher Meister werden, musste er „auf die Walz“ - auch „Tippelei“ genannt - gehen. Das ist heutzutage nicht mehr Pflicht, doch die traditionelle Form des „Work & Travel“ gibt es immer noch.

Nicht einmal die eingefleischtesten Hipster würden wohl heutzutage eine Melone auf dem Kopf oder Schlaghosen aus Cord tragen. Für Wandergesellinnen und -gesellen auf der Walz ist das jedoch fixer Bestandteil der traditionellen Kluft. Wo ein zünftig gekleideter Handwerker auftaucht, zieht er neugierige Blicke auf sich.

 

Die Hauptfarbe der Kluft sagt aus, welchem Gewerk man zugehört. Bei den Zimmerern ist das Schwarz, was gemeinsam mit Braun für einen holzverarbeitenden Beruf steht. Stoffverarbeitende Berufe wie PolsterInnen oder SchneiderInnen tragen Rot, bei metallverarbeitenden Berufen ist es Blau. SteinmetzInnen und MaurerInnen auf Wanderschaft trifft man in Grau oder Weiß an.

 

Das traditionelle Gewand und die Accessoires sind voller Symbolik. An der zweireihigen Weste prangen acht Knöpfe. Die stehen für acht Stunden Arbeit am Tag. Das Jackett zählt sechs Knöpfe an der Brust, für sechs Arbeitstage; und an den Ärmelmanschetten findet man jeweils drei, für drei Lehrjahre und drei Wanderjahre.

 

Übrigens haben die Schlaghosen aus Cord immer noch Vorteile. Die breiten Hosenbeine schützt davor, dass Sägespäne in die Schuhe gelangen und der dicke Stoff wärmt im Winter und kühlt im Sommer, wenn er erst mal richtig durchgeschwitzt wurde.  

 

Mindestens drei Jahre und einen Tag gehen die Handwerksgesellen und -gesellinnen auf die Walz. Um die Wanderschaft anzutreten, nimmt man nach abgeschlossener Lehre zunächst Kontakt mit den verschiedenen Gesellenvereinigungen oder „Schächten“ auf. An manchen fahrenden Handwerksgesellen kann man auch blaue oder rote Elemente an der Kluft entdecken. Die Biesen an seiner Hose und der krawattenartige Halsschmuck namens Ehrbarkeit sind Zeichen der Schachtzugehörigkeit.

 

Seit fast 15 Jahren statten wir unsere Auszubildenden auch mit einer Kluft aus. Die einheitliche Kleidung sieht nicht nur schick aus, sondern schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl und stärkt die Klassengemeinschaft.  Viele Schüler könnten sich diese Arbeitsbekleidung jedoch nicht leisten, da sie im Berufsgrundschuljahr noch keine Ausbildungsvergütung bekommen und auf die Unterstützung der Eltern angewiesen sind. Dass trotzdem alle Schüler so zünftig gekleidet sind, ist der Schulleitung zu verdanken, die unsere Schüler bei der Anschaffung immer großzügig finanziell unterstützt. Etwa ein Drittel der Anschaffungskosten werden von der Schule übernommen. Hierfür ein herzliches „Vergelt`s Gott“.