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„LIEBER STROH IN DER WAND ALS STROH IM KOPF“



Die Zimmerer der Europa-Berufsschule gestalten und bauen einen Verkaufsstand für das Kultur- und Begegnungszentrum des Klosters Waldsassen mit Strohdämmung.

 

Die Schüler des Berufsgrundschuljahres (1. Ausbildungsjahr) bauten 2014 einen Verkaufsstand für die Umweltstation in Waldsassen. Hierbei wurde eine recht ungewöhnliche Bauart erprobt. Bereits 2005 wurde von uns ein sechseckiger Pavillon für den Naturerlebnisgarten erstellt. Dieser Garten war damals Teil der Landesgartenschau in Marktredwitz. Seit damals hat sich die gesamte Anlage, die zur gleichen Zeit errichtet wurde, in einen blühenden Hildegard von Bingen-Garten verwandelt. Auf die Anfrage von Herrn Michael Selinger, dem Leiter der Umweltstation, wurde in diesem Schuljahr ein Verkaufsstand mit angrenzendem Ausstellungsraum von uns geplant und gefertigt.

 

 

Die Form:

Im Naturerlebnisgarten des Klosters dreht sich alles um Bienen. Da liegt es nahe, die beiden Gebäude in Form von Bienenwaben, also sechseckig, zu verwirklichen. Diese Form setzt sich auch in den umliegenden Pflasterarbeiten und der Bepflanzung fort. Unsere beiden Gebäude fügen sich also in die gesamte Gestaltung des Parks ein. Auf den Fotos ist nur die Holzkonstruktion sichtbar, da alle weiteren Arbeiten von der Umweltstation selbst durchgeführt werden.

Um eine möglichst schlichte Form des Gebäudes zu erzielen, werden auf die von uns angebrachten Latten nur noch Putzträgerplatten und Putz angebracht. Damit erhält man eine Form, die dem Aussehen einer Bienenwabe sehr nahe kommt.

 

Die Bauart:

Um streng ökologisch zu bauen, wurde bei dieser Konstruktion die herkömmliche Dämmung durch Stroh ersetzt. Diese kostengünstige und doch funktionstüchtige Dämmung wird in die von uns vorbereitete Holzkonstruktion eingebracht. Da die Dämmeigenschaften des Strohs etwas schlechter sind als die der herkömmlichen Baustoffe und das Strohballenmaß einer bestimmten Norm unterliegt, sind die Wände mit 40cm verhältnismäßig dick. Die Dachkonstruktion erfolgte als begrüntes Flachdach mit umlaufender Attika, um die Wabenstruktur des Gebäudes zu betonen. Im Innenbereich werden die Strohballen mit Lehmputz versehen. Als Putzträger dient eine Sparschalung.

Außen- und Innenputz sowie die Dämmung mit Stroh werden von der Umweltstation selbst durchgeführt. Für diese Arbeiten werden vom Zentrum Kurse angeboten, bei denen sich die Teilnehmer über unterschiedliche Strohbauarten informieren und ihre erworbenen Kenntnisse praktisch austesten können. Diese Kurse sind direkt bei der Umweltstation Waldsassen für jedermann buchbar. 

Zur Haltbarkeit der Strohdämmung ist anzumerken, dass in den USA einige Strohballenhäuser seit über 100 Jahren existieren.

 

Die Vormontage:

Wie bei einem modernen Holzhaus wurden alle erforderlichen Bauteile als Elemente in den Zimmererwerkstätten der Berufsschule vorgefertigt und konnten mit dem Fuhrpark der Stadt Waldsassen zum Bestimmungsort transportiert werden. Diese Vormontage geschah wegen der enormen Größe der einzelnen Elemente im Freien. Alle Schüler waren mit sehr großem Eifer und Fleiß am Arbeiten. Hervorzuheben ist, dass der sonst oft allzu theoretische Unterricht über den Holzhausbau direkt praktisch umgesetzt werden konnte. Beim gesamten Projekt kamen ca. 12m3 Bauholz und Bretter zum Einsatz. Zum Vergleich: Für ein normales Einfamilienhaus werden erfahrungsgemäß ca. 8m3 benötigt.

 

Der Aufbau:

Da die Größe des Projektes einen Probeaufbau in der Berufsschule nicht zuließ, musste direkt vor Ort, am Gelände der Umweltstation, die finale Montage erfolgen. An drei Tagen errichteten die Schüler das Gebäude mitsamt der Dachkonstruktion. Das obligatorische zünftige Richtfest mit Richtspruch und einem gemeinsamen Essen durfte natürlich nicht fehlen.

 

Das Team:

Ein Projekt in dieser Größe ist nur mit einem guten Team zu stemmen. Neben den Schülern des Berufsgrundschuljahrs, die bei der gesamten Umsetzung sehr diszipliniert und zielstrebig mitgearbeitet haben, sind auch die Weidener Fachlehrer Manfred Häring und David Breitkopf zu nennen sowie die Teampartner aus der Berufsschule Grafenwöhr: Michael Spörer und Martin Wutz. Dieses Projekt machte deutlich, was die Inklusionspartnerschaft leisten kann.

 

Die Helfer im Hintergrund:

Herzlichen Dank an alle, die uns bei der Planung und Ausführung dieses Projektes tatkräftig unterstützt haben, allen voran Thomas Neumann, der in der Planungsphase des Projektes federführend beteiligt war, aber auch den Fachlehrern der Elektro- und Metallabteilung, die uns immer unbürokratisch unterstützt haben.

 

Fazit:

Obwohl das diesjährige Projekt der Zimmerer an die Grenzen der Machbarkeit stieß, haben die Schüler aber auch wir Lehrer eine Menge dazugelernt. Neben dem Fachlichen konnte eine Vielzahl weiterer Kernkompetenzen bei den Schülern grundgelegt werden. Trotz des sehr hohen Arbeitsaufwandes hatten alle Schüler große Freude an dem gemeinsamen Projekt. Die Klasse ist in dieser Zeit zu einer „starken Truppe“ zusammengewachsen. 

 

 

 

 

Übrigens:      Wer Stroh im Kopf hat, sollte keinen Gedankenblitz haben!

(Manfred Schröder)