• Wir über uns  »
• Abteilungen
• Automatisierungstechnik
• Banken & Steuern
• Schulsprengel der Abteilung
• Bankkaufleute  »
• Steuerfachangestellte
• Lehrkräfte
• Sprengel und Ausbildung
• Verbundstudium
• Fibu-Praxistag
• Stundentafel
• Unterrichtsfächer
• Zwischenprüfung
• Abschlussprüfung
• Zusammenarbeit mit DATEV
• Exkursionen
• Links
• Rechtsanwaltsfachangestellte
• Bautechnik  »
• Büroberufe  »
• Elektrotechnik / Mechatronik  »
• Gesundheit und Körperpflege  »
• Handel & Industrie  »
• Integration  »
• Metall  »
• Nahrung  »
• Fachbereiche  »
• Aktuelles  »
• Downloads/Formulare
• Schüler  »
• Betriebe  »
• Schulentwicklung  »
• Erneuerbare Energien  »
• Veröffentlichungen  »
• Fremdsprachenschulen  »

 

 

Besuch der DATEV in Nürnberg



DATEV-Mitarbeiter Thorsten Hesse
DATEV-Mitarbeiterin Sibylle Hörmann

 

Alles wird anders – dieses Fazit lässt sich aus dem Vortrag „Lust auf Steuer – Lust auf mehr“ des DATEV-Mitarbeiters Thorsten Hesse ziehen, den er uns bei unserem Klassenausflug hielt.

 

Die Digitalisierung wird immer weiter voranschreiten. So lassen sich laut dem Job-Futuromat der Arbeitsagentur 73 % der Tätigkeiten eines Steuerberaters automatisieren, bei den Steuerfachangestellten sind es sogar 100 %. Vor allem in der Finanzbuchführung steckt ein großes Rationalisierungspotenzial. Entweder man erhält die Rechnungen schon in elektronischer Form oder sie werden durch Einscannen so aufbereitet, dass sie mit dem Programm verarbeitet werden können. Dieses sucht sich nämlich die für die Buchungen relevanten Informationen aus der Rechnung heraus und erstellt Buchungsvorschläge, die nur noch bestätigt werden müssen oder abgeändert werden können.

 

Die Zukunft der Mitarbeiter in den Steuerberatungskanzleien wird immer mehr dem Namen der Kanzleien gerecht werden. Das DATEV-Programm GERBERA (Generierung von Beratungsanlässen) dient dazu, herauszufinden, welche Beratung bei welchem Mandanten erforderlich ist. In den nächsten Jahren werden 50 % der Umsätze mit Beratung und neuen Services erzielt. Dabei werden die Mitarbeiter der Steuerberatungskanzleien auch beratend in den Mandantenbetrieben tätig.

 

Wer in einer Steuerberatungskanzlei tätig ist, für den ist lebenslanges Lernen eine Selbstverständlichkeit. Neben fachlichen Fähigkeiten, die auch die IT-Kompetenz einschließen, spielen immer mehr soziale, persönliche und methodische Qualifikationen eine Rolle. Im Mittelpunkt steht der Kunde, mit dem man richtig umgehen muss. Dies verlangt, dass man zuhören kann und über die notwendige Empathie verfügt.

 

Für einen Steuerfachangestellten gilt es, die Leistungen der Kanzlei an den Mandanten zu bringen. Deshalb muss er über die entsprechenden Verkaufstechniken verfügen, mit denen er dem Kunden beim „Einkaufen“ der Angebote der Steuerberatungskanzlei hilft.

 

Abschließend wies Thorsten Hesse auf die Karrieremöglichkeiten hin, die eine Tätigkeit in der Steuerberatung mit sich bringt. Nach der Berufsausbildung werden die Weiterbildungsprüfungen Steuerfachwirt, Bilanzbuchhalter, Fachassistent Lohn und Gehalt sowie Fachassistent Rechnungswesen und Controlling angeboten. Damit entwickelt sich die Tätigkeit eines Steuerfachangestellten weg von der eines Belegverarbeiters hin zu einem Assistenten des Steuerberaters bei der Beratung der Mandanten. Schließlich besteht auch noch die Möglichkeit, selbst Steuerberater zu werden. Dabei erweist sich der Weg über die Praxis im Gegensatz zu einem Studium keinesfalls als Nachteil. Es hat sich gezeigt, dass die Bestehungsquoten besonders bei jungen Prüflingen am besten sind.

 

Abgerundet wurde der Besuch bei DATEV durch einen Einblick in die Unternehmensgeschichte der Genossenschaft, den uns Sibylle Hörmann vermittelte. Das am 14. Februar 1966 gegründete Softwarehaus betreut mit rund 7.300 Mitarbeitern ca. 40.400 Genossen. Der Umsatz liegt knapp unter 1 Mrd. Euro, wobei diese Grenze spätestens im nächsten Jahr überschritten werden soll.

 

Zum Schluss gab es noch eine Führung durch den neu gebauten IT-Campus, an dem 1.800 Softwareentwickler unter besten Bedingungen für die Programmierung der bewährten DATEV-Programme zuständig sind.

 

 

Besuch der WSt 11 beim Finanzamt Weiden



Herr Buegger informiert über den Aufbau des Finanzamts.

 

Neben den Mandanten hat man es als Steuerfachangestellter vor allem mit einer externen Stelle zu tun, dem Finanzamt. Deshalb liegt es nahe, dass eine Steuerfachklasse einen Blick in diese Einrichtung wirft.

 

Den Blick hinter die Kulissen der Finanzverwaltung lieferte der WSt 11 Ausbildungsleiter Buegger. Zunächst ging es in das Servicecentrum, das noch vor ca. 10 Jahren der große Renner war. Inzwischen setzt aber die Finanzverwaltung darauf, dass die Steuerpflichtigen ihre Erklärungen elektronisch über das ELSTER-Portal einreichen. Beim Rundung durch das Haus bekamen wir auch noch je eine Arbeitnehmer-Veranlagungsstelle und eine Stelle für Gewinneinkünfte zu sehen.

 

Interna aus dem Finanzamt erzählte uns Herr Buegger dann im Sitzungssaal der Behörde. Das Finanzamt Weiden verfügt über 160 Mitarbeiter, wovon 30 Außenprüfer sind. War vor 15 Jahren noch das Durchschnittsalter der Beamten bei 53 Jahren gelegen, konnte dieser Schnitt signifikant gesenkt werden, was durch umfangreiche Ausbildung erreicht wurde. So befinden sich zurzeit 55 Beamtenanwärter im Weidener Finanzamt zur Ausbildung.

 

Die Attraktivität der Tätigkeit im Finanzamt soll auch dadurch gesteigert werden, dass die Aufstiegsmöglichkeiten zwischen 2. und 3. Qualifikationsebene (früher mittlerer und gehobener Dienst) erhöht werden. Blickt man von außen in die Abläufe des Finanzamtes, so scheint es, dass die interessanten Tätigkeiten von Mitarbeitern der 3. Qualifikationsebene ausgeführt werden. So arbeiten in der Rechtsbehelfsstelle, in der die Einsprüche bearbeitet werden, ausnahmslos Mitarbeiter des gehobenen Dienstes.

 

Die EDV sorgt dafür, dass heutzutage ein Finanzbeamter keinesfalls mehr eine ruhige Kugel schieben kann. Die maschinelle Überwachung der Steuerfälle ermöglicht es, festzustellen, in welchen Abteilungen man mit den Erklärungen im Rückstand ist. So hat z. B. die Arbeitnehmerstelle Stand Juli 35,9 % der Bescheide bearbeitet, ca. 4.000 Fälle stehen noch aus. Darüber hinaus lässt sich ersehen, welche Stellen gegenüber der Erklärung ein Mehrergebnis an Steuern hereinbringen. Eine Finanzbehörde arbeitet nämlich nicht dann gut, wenn sie möglichst wenige Einsprüche verursacht. Vielmehr muss sie äußerst rigide gegenüber steuersenkender Möglichkeiten sein.

 

Auf großes Interesse bei den Schülern stießen die Ausführungen zur Vollstreckungsstelle. Diese wird immer dann tätig, wenn ein Steuerpflichtiger nicht zahlt. Hierbei greift das Finanzamt zu einer abgestuften Vorgehensweise, um einen möglichst vollständigen Eingang der Steuern zu erreichen. Zunächst einmal versucht man es per Telefon und bietet eventuell eine Stundung an. Sollte der Steuerschuldner schon des Öfteren nicht gezahlt haben, hat sich die Kontenpfändung als wirksame Methode erwiesen. Befindet sich auf dem Bankkonto sich jedoch kein Guthaben, dann kann man eine Ratenzahlung vereinbaren. Die extremsten Mittel sind die Eintragung einer Hypothek oder gar eine eidesstattliche Versicherung. Die meisten Steuerzahler kommen jedoch ihren Pflichten nach. Das Steueraufkommen des Finanzamtes Weiden beträgt rund 1 Milliarde Euro, wovon lediglich 20 bis 30 Millionen Euro eingetrieben werden müssen. Die Deutschen sind also ein steuerehrliches Volk.

 

Die größten Geldbeschaffer des Finanzamtes sind die Betriebsprüfer, von denen in Weiden ca. 25 beschäftigt sind. Ihr Mehrergebnis beträgt 1,4 Millionen Euro pro Jahr, wovon weit weniger als 50 % auf vorsätzliche Steuerhinterziehung zurückzuführen sind. Trotz des großen Erfolges werden hierfür nicht zusätzliche Stellen geschaffen, sodass der Prüfungsturnus bei großen Unternehmen 5 Jahre, bei mittleren jedoch schon 22 Jahre und bei kleinen gar 46 Jahre beträgt.

 

Die Schüler waren sich einig, dass uns Herr Buegger einen gelungenen Blick hinter die Kulissen des Finanzamtes lieferte.